Allgäuer Kässpatzen

… oder auch Allgäuer Käsespätzle.

Heute möchte ich euch ein Rezept vorstellen das mich immer wieder an meine Wurzeln erinnert. Wie manch einer vielleicht weiß komme ich ursprünglich aus dem Allgäu und bin dann der Liebe wegen ins Frankenland gezogen. Dialekt habe ich zwar keinen wirklichen, aber die Liebe zu guten Spätzle ist mir geblieben. Daher also heute für mein Rezept für Allgäuer Kässpatzen. Übernommen habe ich es von meiner Mutter (ich muss mal rausfinden woher es ursprünglich kam) und die entsprechende Seite in meinem selbstgeschriebenen Rezepteheft ist auch schon ganz vergilbt. Kleine Anekdote am Rand: Früher durfte frau im Allgäu nur heiraten wenn sie gute und saftige Kässpatzen machen konnte. 😉 Die Mission habe ich dann hoffentlich erfüllt.

So sollte euer Ergebnis nach getaner Arbeit aussehen:

Allgäuer Kässpatzen

Allgäuer Kässpatzen

Lasst euch nicht von der etwas bräunlichen Farbe der Spatzen irritieren, das liegt am Vollkornmehl das ich verwendet habe. Mit normalem Mehl werden sie richtig schön goldgelb.

Ihr braucht an Zutaten für 4 normale oder 2 ausgehungerte Esser:

350g Mehl
1 TL Salz
2 Eier
1/8 – 1/4 Liter Wasser
Zwiebeln (1-2 normal große sollten reichen)
ca. 120g würzigen Käse (Emmentaler, Bergkäse, etc.)

Mehl, Salz, Eier und Wasser je nach Bedarf werden mit einem Kochlöffel verrührt. Der fertige Teig muss schwerreissend vom Löffel fallen. Bei meinem Vollkornmehl habe ich dafür deutlich mehr Wasser gebraucht, das kann aber auch bei normalem Mehl der Fall sein. Am besten lässt sich der Teig übrigens tatsächlich mit einem großen Kochlöffel verrühren. Vom Rührgerät rate ich ab, der feste Teig würde sich nur nach oben wickeln und schließlich alles verkleben. Dann lieber ein bisschen tägliches Armtraining absolvieren und weniger ärgern beim abspülen. Der fertige Teil sollte dann in etwa so aussehen:

fertiger Spätzleteig

fertiger Spätzleteig

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um einen großen Topf mit Salzwasser für die Spätzle her zu richten und zum kochen zu bringen. Währenddessen habt ihr Zeit die Zwiebeln zu schälen und je nach Geschmack in Scheiben oder kleine Würfel zu schneiden. Ich persönlich mag Würfel lieber, weil die sich später besser unter den Spatzen verteilen lassen. Die Zwiebeln werden dann mit reichlich Butter goldgelb angebraten. 20130123_183338

Passt ein bisschen mit der Temperatur auf, sobald sie anfangen zu bräunen geht alles ganz schnell. Die besten Erfahrungen hab ich hier bei mittlerer Hitze gemacht. Auf dem folgenden Bild sieht man nochmal wie das Verhältnis von Zwiebeln zu Butter ist. Diese werden quasi knusprig frittiert. Wem das am Ende zu viel Fett ist, der kann es wieder abgießen oder die Zwiebeln kurz auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Zwiebeln

Wenn das Wasser kocht setzt ihr euren Spätzlehoble auf den Topf. Ich habe ein Modell zum schieben, es gibt aber auch noch diese Variante.

Spätzle-Hobel

Spätzle-Hobel

Mit dem Küchenhelfer eurer Wahl wird jetzt eine Portion Teig ins kochende Wasser geschabt. Direkt danach umrühren. Die Spätzle sind dann fertig sobald sie oben schwimmen und können mit einer Schaumkelle rausgefischt werden. Gut abtropfen nicht vergessen! Als Variante kann man jetzt die Spatzen entweder in eine Pfanne mit Butter geben, wenn man sie zum Beispiel nur als Beilage und ohne Käse servieren möchte. Durch das schwenken in Butter werden sie nochmal schön goldgelb und alle Spätzle bleiben bis zum servieren warm.

Spätzle ohne Käse

Spätzle ohne Käse

Für die klassischen Kässpatzen gebt ihr die Spätzle jetzt in eine Schüssel oder Auflaufform und streut eine dünne Schicht Käse darüber. Wer es nicht so würzig mag nimmt Emmentaler (mit milden Käsesorten wie Gouda und Co schmecken Kässpatzen leider nicht), keine Sorge der verliert seine Würzigkeit in Kombination mit den Unmengen an Spätzle. Fans von kräftigem Bergkäse können diesen mit etwas milderem Käse mischen und statt des Emmentalers nutzen. Das bleibt ganz eurem Geschmack überlassen.

Diesen Vorgang wiederholt ihr jetzt bis der Teig vollständig aufgebraucht ist. Gut abtropfen lassen nicht vergessen, sonst habt ihr später die unteren Spätzle in Salzwasser schwimmen! Alternativ kann man die Kässpatzen auch in einer Pfanne mit dem Käse mischen, das ist aber nicht die klassische Variante und klappt auch nicht ganz so gut.

Zum Schluss werden noch die Kässpatzen mit den gebräunten Zwiebeln garniert. Bei uns war es außerdem immer Tradition noch Pfeffer aus der Mühle frisch darüber zu mahlen. Wer frische Kräuter zur Hand hat kann auch ein bisschen Schnittlauch oder Petersilie dazu kombinieren. Als Beilage zu den Kässpatzen passt gut ein grüner Salat. Meine Eltern mischen den sogar immer unter die Kässpatzen, aber das muss man mögen. 😉

Guten Hunger! Lasst es euch schmecken!

PS: Spätzleteig ist leider beim abspülen ziemlich undankbar. Am besten fahrt ihr wenn ihr kalt abspült und alle Gegenstände direkt nach der Benutzung schon mal kalt einweicht. Wärme macht den Teig noch klebriger.

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